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DIE GESCHICHTE VON MAPLE CREEK
Niemand weiß heute noch genau, wann Maple Creek wirklich entstanden ist. Offiziell wurde die Stadt im Jahr 1872 gegründet, als mehrere Holzfällerfamilien sich am Rand eines dichten Waldgebiets niederließen. Der kleine Fluss, der sich durch das Tal schlängelt, gab der Stadt ihren Namen - ein ruhiger Ort zwischen Ahornbäumen, Wäldern und sanften Hügeln, weit entfernt von den großen Städten.
In den ersten Jahrzehnten lebte Maple Creek hauptsächlich von Holzindustrie und Landwirtschaft. Die Wälder rund um die Stadt galten als besonders dicht und ergiebig, und schon bald entwickelte sich Maple Creek zu einem wichtigen Umschlagpunkt für Holz und später auch für Papierprodukte.
Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie im Jahr 1911 begann eine neue Zeit für die Stadt. Händler, Reisende und neue Familien kamen nach Maple Creek, kleine Geschäfte entstanden entlang der Hauptstraße und das alte Kino, das noch heute existiert, öffnete seine Türen.
Bis heute sind die Bewohner besonders stolz auf einige Dinge, die Maple Creek zu dem machen, was es ist:
Das historische Kino "Silver Screen", das seit den 1950ern Filme zeigt und bis heute als Treffpunkt der Stadt gilt.
Das jährliche Frühlingsfestival, das den Beginn der warmen Jahreszeit feiert und seit Generationen ein fester Bestandteil des Stadtlebens ist.
Die Wälder rund um die Stadt, die von vielen als das Herz von Maple Creek betrachtet werden.
Camp Maple Lake, ein Sommercamp am Rand des Waldes, in dem seit Jahrzehnten Kinder aus der Stadt ihre Ferien verbrachten. Mittlerweile steht das Camp leer, dient den Bewohnern jedoch einmal im Monat als Schutz vor dem Nebel.
Und dann gibt es noch einen Ort, der für eine Stadt dieser Größe eigentlich völlig untypisch ist:
den Nachtclub "Neon Static".
Während Maple Creek tagsüber ruhig und beinahe verschlafen wirkt, erwacht dieser Club jede Nacht zum Leben. Neonlichter spiegeln sich auf der Straße, Musik dringt durch die Wände und für ein paar Stunden wirkt die kleine Stadt plötzlich größer, lauter und moderner, als sie eigentlich ist.
In den 1970er Jahren erreichte Maple Creek einen neuen Höhepunkt. Eine kleine Forschungsanlage wurde außerhalb der Stadt errichtet. Offiziell arbeitete man dort an Funktechnologie und atmosphärischen Messungen. Für die Stadt bedeutete das neue Arbeitsplätze, neue Familien und ein Gefühl von Fortschritt.
Doch in Wahrheit beschäftigten sich einige der Wissenschaftler dort mit etwas ganz anderem.
Interferenzen in der Atmosphäre. Ungewöhnliche Signale. Störungen im Zeit- und Funkfeld, die immer häufiger rund um Maple Creek gemessen wurden.
Im Jahr 1984 kam es schließlich zu einem Vorfall in der Anlage. Was genau dort geschah, ist nie vollständig dokumentiert worden. Einige Berichte sprechen von einem Experiment, andere von einem Unfall. Sicher ist nur, dass in dieser Nacht ein dichter, unnatürlich wirkender Nebel über die Wälder zog - ein Nebel, der bis heute einmal im Monat ein fester Bestandteil des Lebens in Maple Creek geblieben ist.
Kurz darauf begann etwas Seltsames zu passieren.
Straßenkarten wurden aktualisiert – doch Maple Creek tauchte plötzlich auf keiner von ihnen mehr auf. In Archiven verschwanden Dokumente über die Stadt, als hätte es sie nie gegeben. Satellitenbilder zeigen nur Wald und Hügel dort, wo eigentlich Häuser, Straßen und der Fluss liegen müssten.
Für die Welt außerhalb existiert Maple Creek heute nicht mehr.
Doch für die Menschen, die dort leben und jene die durch den Riss dort hin geraten, ist die Stadt nie verschwunden.
+++ DATEI ENDE +++


